Neben den häufigsten Symptomen Durchfall und Husten kann die Staupe auch mit Verhaltensänderungen, Krämpfen oder Lähmungserscheinungen einhergehen. Seltener werden auch Hautveränderungen beobachtet. Es gibt vier mögliche Verlaufsformen:

Magen-Darm-Form:
Erbrechen, Fressunlust,Durchfall

Atemwegs-Form:
Eitriger Nasenausfluss, Husten, Atemnot

Gehirn und Nerven-Form:
Epileptische Anfälle, Lähmungen

Haut-Form:
Verhornung von Nase und Zehenballen (Hard Pad Disease)



Das Staupevirus, engl. canine distemper virus, CDV (Familie Paramyxoviridae, Genus Morbillivirus) ist eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen. Neben Füchsen sind v.a. Hunde aber auch andere Fleischfresser (Marder, Waschbären, Frettchen u.a.) für diesen Erreger empfänglich. Für Menschen ist das Staupevirus jedoch ungefährlich. Die Ausscheidung des Erregers erfolgt über sämtliche Sekrete.

Staupegeschehen bei Rotfüchsen im Süden von Baden-Württemberg dehnt sich weiter aus

Von März 2010 an bis zum Jahresende 2011 wurden bei 69 von insgesamt 154 untersuchten Füchsen das Staupe-Virus nachgewiesen. Die meisten Staupefälle traten im Bodenseegebiet auf. Die Staupe kann sehr leicht von infizierten Füchsen auf ungeschützte Hunde übertragen werden. Impfung schützt Hunde vor Staupe.

Info: Hunde- und Marderartige können an Staupe erkranken, Menschen nicht. Eine hohe Fuchsdichte begünstigt die schnelle Übertragung. Tote Füchse, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit Staupe besteht, können kostenlos zur Untersuchung an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt nach Fellbach gebracht werden.

 

Hundebesitzer aufgepasst – Staupe-Virus auf dem Vormarsch!

Der für Hunde gefährliche Staupe-Virus breitet sich zunehmend unter Füchsen aus. Die Jäger in Baden-Württemberg machen sich Sorgen.

Während die Tollwut in Deutschland als ausgestorben gilt und seither die Fuchspopulation stetig steigt, breitet sich nun vermehrt die Staupe unter Füchsen aus. Nach einer Epidemie 2013 im Landkreis Esslingen, wurde Ende 2015 der sogenannte Canine Distemper Virus als Krankheits- und Todesursache bei verschiedenen Füchsen im Landkreis Böblingen nachgewiesen.

Der Fuchs hat bei uns keine natürlichen Feinde und sein Tisch ist reich gedeckt. Seine Streifzüge macht er nicht nur über das freie Feld, um dort kleine Säugetiere und Vögel zu erbeuten. Auch Komposthaufen, Mülltonnen und Hühnerställe zählen zu seinem Jagdgebiet. Als allesfressender Kulturfolger schätzt er die Nähe zu Siedlungsgebieten und sucht dort nach Nahrung.

Staupe gilt als die häufigste Infektionskrankheit bei Hunden. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit, allerdings kann gegen Staupe wirksam geimpft werden. Hunde- und Frettchenbesitzern wird deshalb empfohlen, diese Impfungen regelmäßig aufzufrischen. Außerdem sollte der Kontakt zu möglichen Überträgern unterbunden werden.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz in Baden-Württemberg zum 1. April 2015 wurde die Jagdzeit für den Fuchs deutlich eingeschränkt, weshalb ein weiterer Anstieg der Fuchspopulation zu erwarten ist. Insbesondere weil in den Monaten Mai bis Juli keine flächendeckende Jungfuchsbejagung mehr stattfinden kann, sondern erst ab August eine allgemeine Jagdzeit herrscht, ist kein deutliches Eingreifen seitens der Jäger in die Population aufgrund der neuen Gesetzeslage mehr möglich. Dies begünstigt das Seuchengeschehen!

Bei der Staupe handelt es sich um eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die von Wildtieren wie Fuchs, Marder, Dachs, Waschbär, Wiesel, Iltis und Wolf übertragen wird. Hauptüberträger dürfte in der heimischen Region der Fuchs sein, der sich immer mehr in der Nähe des Menschen aufhält. Da die erkrankten Wildtiere ihre natürliche Scheu verlieren, sind freilaufende Hunde besonders gefährdet, wenn sie Kontakt zu diesen Tieren bekommen. Besteht kein ausreichender Impfschutz, endet die Krankheit oft tödlich oder hinterlässt zumindest schwere gesundheitliche Folgeschäden. Deshalb raten Tierärzte dringend zur Staupe-Grundimpfung beziehungsweise Auffrischungsimpfung der Hunde. Da die Krankheitserreger auch auf dem toten Tier noch tagelang weiterleben, sollten Hunde an der Leine geführt werden.



Das Beschnuppern eines toten Fuchses oder anderen Wildtieres kann für eine Übertragung bereits ausreichen. Treten hohes Fieber, Fressunlust und Mattigkeit des Hundes auf, so kann bereits eine Staupeinfektion vorliegen und es zu spät für eine Behandlung sein. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen.

Für eine Unterbrechung der Übertragungswege dieser Krankheiten gibt es keine Impfmittel, die vergleichbar mit der Tollwutimmunisierung aus dem Flugzeug flächendeckend verteilt werden können. Der einzige Weg, die Infektion einzudämmen, besteht in einer drastischen Reduzierung der Fuchsdichte. Je häufiger die Tiere bei ihren nächtlichen Beutezügen andere Artgenossen treffen, desto leichter verbreiten sich die Krankheiten. Sobald die Jungtiere im Frühjahr zur Welt kommen, muss alles getan werden, um den Seuchenzug zu unterbrechen. Die Muttertiere übertragen die Krankheiten auf die Jungen, die dann qualvoll daran sterben.

Vor allem Jäger und Hundebesitzer, die viel im Wald spazieren gehen, sollten die Impfpässe ihrer Hunde überprüfen: Die Viruserkrankung ist übertragbar.

Eine der Ursachen ist, dass sich durch Tilgung der Tollwut Füchse in den letzten Jahren stark vermehren konnten. Dadurch können sich Infektionskrankheiten wie Staupe aber auch zum Beispiel Räude leicht ausbreiten. An den geschwächten, verendeten Tieren können sich wiederum Haushunde infizieren. Die Impfung bietet zwar einen guten Schutz; Impfgegner stellen diese jedoch immer wieder in Frage, verhindern dadurch die flächendeckende Impfung und bereiten so einer Ausbreitung unter Haushunden den Weg.