Hirschbrunft in Polen

Rominten, Goldap, Szittkehmen…

Wer Gautschis Bücher gelesen hat oder jagdgeschichtlich interessiert ist, kennt die Namen der Orte in Polen, direkt an der litauischen Grenze. Ein landschaftliches und jagdliches Kleinod und bekannt für seinen Wildreichtum und starken Hirsche.

Ich hatte das Vergnügen, im Auftrag von Ralf Bonnekessen und DJZ TV zwei Jäger auf der Pirsch auf reife Hirsche und starke Keiler mit der Kamera begleiten zu dürfen. So fuhr ich mit Falk Kern vom Paul Parey Verlag und seinem Jagdfreund Moritz Eisenhardt nach Szkittkehmen ins geschichtsträchtige Forsthaus Wehrkirchen, wo wir bestens untergebracht und verpflegt wurden. Ein paar Stunden Schlaf nach der 16stündigen Fahrt genügten, dann erkundeten wir die nähere Umgebung und konnten die ersten Eindrücke von einer fantastischen Landschaft gewinnen.

Klaus, ein Jäger aus dem Schönbuch, hatte bei seiner Morgenpirsch den erhofften Erfolg und konnte passend zu einem 60. Geburtstag einen 2er-Hirsch vom 8. Kopf erbeuten. Für uns brachte der erste Abend nicht den erhofften Rothirsch – aber dafür etwas, was für mich noch viel wertvoller war: Ein Elchbulle zog im letzten Licht auf knapp 50 m an mir vorüber und ich konnte die Szenerie mit der Filmkamera festhalten…ein einmaliges Erlebnis! Dies blieb leider – bis auf einen Rothirschspießer, den wir beim Anlaufen aufmüdeten, der einzige Anblick.

Am nächsten Morgen pirschten Falk und Moritz mit ihren Jagdführern, während ich auf einem Hochsitz ansaß. Falk hatte Sauen und einen Hirsch in Anblick, bei Moritz waren es Rehe und zwei Wölfe, auf geringe Entfernung! Wölfe waren wohl auch der Grund, dass vor meinem Sitz ein guter Bock hochflüchtig durchrauschte. Dieser und ein Adler waren der einzige Anblick an diesem Morgen.

Am Nachmittag besuchten wir den Gedenkstein Wilhelm des II. und schauten uns in der Landschaft um. Der Abendansitz führte uns – da Jatzek, der Jagdleiter, ganz frische Fährten eines starken Hirsches ausgemacht hatte, wieder an die Wiese, wo am ersten Abend der Elch gezogen war. Aber auch in Szittkehmen fallen einem die Hirsche nicht vor die Füße…Temperaturen bis 24 Grad am Tag und 11 Grad in der Nacht haben das Brunftgeschehen nahezu zum Erliegen gebracht. Nur vereinzelt melden die Hirsche, vornehmlich am Abend und erst bei völliger Dunkelheit. Fast drei Stunden stand ein Hirsch direkt hinter meinem Ansitz im Fichtendickicht, meldete immer wieder und ich konnte immer wieder das Schlagen der Stangen hören – nur raustreten wollte er nicht. Dafür entschädigt die grandiose Landschaft und weitere Aufnahmen eines starken Elches. Viel Rehwild und sogar zwei Wölfe (auf 50 m!) konnten wir beobachten.

Der letzte Frühansitz brachte zumindest mir noch den erwünschten „Jagderfolg“, und ich konnte einen Rothirsch mit der Kamera „erlegen“. Dazu noch eine herrliche Lichtung, ein zartes Farbenspiel und leichter Nebel auf der taunassen Wiese, dazu Rehwild. Mit diesen Eindrücken ging es nach einem wie immer reichlichen Frühstück auf die 16stündige Heimfahrt.

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