Jagdfahrzeuge – vom Samurai zum Navara

Da ich täglich – oft auch mehrmals – im Revier unterwegs bin, hatte ich mich entschieden, für die Jagd ein eigenes Fahrzeug einzusetzen. Nicht nur das ständige Ein- und Ausladen der Jagdutensilien, bei mir mit der Gefahr verbunden, etwas Entscheidendes zu vergessen, sondern vor allem der Dreck und der Staub, den man unweigerlich ins Fahrzeuginnere bringt, liessen mich den Gedanken, das Alltagsfahrzeug auch im Revier zu nutzen, schnell wieder vergessen. Ein reines Jagdfahrzeug musste also her, und so habe ich erst einen Suzuki Samurai, dann einen Jimny, jeweils ausgestattet mit grobstolligen Insa Sahara-Geländereifen, sehr gerne und täglich für die kurzen Fahrten ins und im Revier genutzt. Zum Zweisitzer umgebaut, bieten diese Fahrzeuge auch ausreichend Platz für den normalen Jagdalltag, besonders wenn man die Staumöglichkeiten durch einen Dachgepäckträger und einen Heckträger erweitert.

Das Manko dieser kleinen Fahrzeuge mit den grobstolligen Reifen zeigt sich jedoch auf Fahrten, die über die genannten Kurzstrecken hinausführen – lange Fahrten auf Asphalt und bei höheren Geschwindigkeiten sind nicht gerade komfortabel und spritsparend. Das eingeschränkte Platzangebot macht sich negativ bemerkbar, wenn man beispielsweise mal mehrere Tage unterwegs sein oder etwas mehr Werkzeug mitnehmen möchte. Der Transport von Buchenholzteer, Kirrgut, Fallwild und insbesondere sperrigem Material für den Hochsitzbau ist immer mit sehr viel Aufwand verbunden.

Ein größeres Gefährt musste her, für längere Strecken geeignet, mit ausreichend Stauraum und am besten auch mit einer Ladefläche, auf der man mal – sozusagen ohne Rücksichte auf Verluste – Dinge transportieren kann, die man nicht im Wageninneren haben möchte. In Frage kam folglich nur ein Pickup mit einer ausreichend grossen und bequemen Kabine, wie beispielsweise Nissan Navara, Mazda BT 50, VW Amarok, Ford Ranger, Toyota Hilux oder Mitshubishi L200. Meine Wahl fiel auf den Nissan Navara – auch deshalb, weil das Auto in der gewünschten Ausstattung beim örtlichen Nissan-Händler Schmidt in Sachsenheim auf dem Hof stand und mich bei der täglichen Fahrt ins Revier anlachte.

Wie schon seine Vorgänger sollte auch der Nissan eine für meine jagdlichen Zwecke optimierte Ausstattung erhalten. Wie man an den Bildern sehen kann, steigert sich der Anspruch an die Qualität des Innenausbaus von Fahrzeug zu Fahrzeug….

Die Lackierung des Nissan – und auch die ab Werk angebotenen Farben – entsprachen nicht meiner Vorstellung. Mittels Car-Wrapping, einer kompletten Folierung des Fahrzeugs, sollte der Navara zum einen die gewünschte Optik erhalten, zum anderen sollte der Originallack mit der Folie gegen Kratzer und Steinschlag geschützt werden. Ich entschied mich für die Farbkombination Pinewood Green und Schwarz. Die Folie wurde in einer aufwändigen Prozedur innerhalb einer Woche von der Firma SchwabenFolia aufgebracht.

Die werksseitig montierte Strassenbereifung tauschte ich gegen den General Grabber AT, einen auf der Strasse zufriedenstellenden Reifen. Die Ladefläche wurde mit einer Kunststoffwanne ausgekleidet, auf der Ladefläche montierte ich eine Riffelblech-Box der Firma Bross, in der ich das im Revier benötigte Werkzeug wasserdicht und sicher unterbringen kann. Um erlegtes Wild ohne großen körperlichen Aufwand und notfalls auch mal alleine auf die Ladefläche zu wuchten, nutze ich die universell einsetzbare Akkuwinde Warn PullzAll und eine klappbare Alu-Laderampe.

Im Innenraum hinter der vorderen Sitzreihe sollten ausser einer intergrierten Hundebox auch die Waffe, diverse Werkzeuge, Jagdkleidung und Jagdzubehör in ausziehbaren Stapelboxen ihren Platz finden. Ich habe mich für Stapelboxen anstelle von fest eingebauten Schubladen entschieden, damit ich entsprechend dem Einsatzzweck mit verschiedenen Inhalten gefüllte Boxen schnell und einfach tauschen kann. So nimmt beispielsweise eine Box die Nachsuchenausrüstung auf, eine andere meine Filmutensilien. Mehr Flexibilität geht kaum…

Also habe ich die Rücksitzbänke und die dahinter befindliche Verkleidung entfernt und ein Rahmengestell aus Aluprofilen 30×30 B-Typ Nut 8 eingebaut. Zur Verbindung des Alugestelles mit dem Fahrzeug habe ich dabei die vorhandenen Aufnahmen der Rücksitze und Sicherheitsgurte genutzt.

Die unterste, über die gesamte Breite reichende Etage bildet einen 120 cm langen Einschub für die Waffe und die Rampe für den Hund – schliesslich hat die Box eine Einstiegshöhe von 90 cm. Die darüberliegenden Etagen sind mittig geteilt, so dass ich eine Tiefe von je 65 cm erhalte. Auf der Fahrerseite befindet sich über dem Waffeneinschub ein Auszug mit einer 17 cm hohen Stapelbox, die die wichtigsten Utensilien wie Fernglas, Gehörschutz etc. aufnimmt. Es folgt die Hundebox für meinen Deutsch Drahthaar-Rüden in den Massen 70 cm breit, 60 cm hoch und 65 cm tief. Die Türe und ein oberes Seitenteil sind mit Wellengitter, die anderen Seitenteile aus 8 mm starken  Siebdruckplatten verblendet, die exakt in die Nuten der Aluprofile passen. Den Boden bildet eine 20 mm starke Siebdruckplatte. Kleiner Tipp: damit der feine Staub, den der Hund unweigerlich in die Box einträgt, nicht in die darunter befindliche Schublade gelangen kann, habe ich eine Silikonfuge eingezogen.

Auf der Beifahrerseite sind über dem Waffenfach ein Auszug für eine 17 cm und eine 30 cm hohe Stapelbox sowie ein Auszug für eine weitere 30 cm hohe Stapelbox eingebaut.

Update Juli 2015

Auf der rechten Seite sind zwei der drei Schubladenboxen einer zweiten Hundebox gewichen, um ausser dem Deutsch Drahthaar auch noch einem Bayerischen Gerbirgsschweisshund eine sichere Mitfahrgelegenheit zu bieten.

Update September 2015

Nach einem kleinen Kontakt mit einem Bäumchen, der einen nicht unerheblichen Blechschaden hinterliess, habe ich mich entschlossen, die originalen Front- und Heckstossfänger gegen etwas Stabileres zu tauschen. Ausserdem bekam der Navara auf der Ladefläche eine Winde montiert, dazu noch LED-Arbeitsleuchten. Ein OME-Fahrwerk und ein Unterfahrschutz für den Motor rundeten die Umbauarbeiten, die in hervorragender Qualität von der Fa. Hurter Offroad in Leutkirch durchgeführt wurden, ab.

Update August 2016

Nun sind endlich die passenden Reifen zum OME-Fahrwerk montiert. Die General Grabber haben mich im Gelände nicht überzeugt, deshalb sind es nun die BF Goodrich All Terrain KO2 auf Dotz Dakar Stahlfegen geworden. Der optisch ansprechende, aber nutzlose Nissan-Dachträger wurde durch einen wesentlich sinnvolleren Frontrunner ersetzt, an dem ich vorne zwei Arbeitsleuchten und oben zwei Warnleuchten montieren liess.

Update Mai 2017

Montage der Betker Jagdkanzel auf dem Dachträger des Navara. Ich kann die Kanzel in kürzester Zeit alleine und ohne Werkzeug aufbauen. Zusammengelegt benötigt sie kaum Platz und ich kann sie sogar als Lastenträger nutzen. Eine Runde durchs Revier fahren, die Windrichtung prüfen, nach Wildwechseln oder frischen Schadflächen Ausschau halten und eine geeignete Stelle anfahren. Die auf meinem Nissan Navara montierte, in zusammengelegtem Zustand nur 12 cm hohe Jagdkanzel ist in kürzester Zeit auseinander geklappt und einsatzbereit.

Auf der Seite von Hurter Offroad werden die Umbauten in Wort und Bild beschrieben.

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