Der Faktencheck

Was würde in Natur und Wald passieren, wenn die Jagd eingestellt werden würde? Wenn die Natur sich selbst überlassen bliebe? Gibt es überhaupt einen sachlichen Grund, das bestehende und bewährte Jagdgesetz zu „novellieren“?

Allen Unkenrufen und Versuchen der Jagdgegner, die Jagd und die Jäger zu diskreditieren zum Trotz: Die Jäger haben ein sehr gutes Ansehen in der Gesellschaft. Laut einer repräsentativen Umfrage aus 2016, die der deutsche Jagdschutzverband in Auftrag gegeben hat, genießen die Jäger in der Bevölkerung Ansehen und einen guten Rückhalt.

Behauptung

„Jagd ist überflüssig. Wenn der Lebensraum Natur sich selbst überlassen bleibt, regelt sich alles selbst und das natürliche Gleichgewicht stellt sich von selbst ein.“

Tatsache

Der Mensch hat seine Umwelt nachhaltig und unwiderbringlich verändert. Der wirtschaftende, erholungssuchende und sporttreibende Mensch greift in die Natur ein und bringt dabei das natürliche Gleichgewicht durcheinander. Denn niemand kann auf Maschinen, Elektronik oder Autos verzichten. Die industrielle Erschließung der Natur und Umwelt hat massive Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen. Ein „natürliches“ Gleichgewicht ohne Mensch gibt es in der Kulturlandschaft nicht. Selbst in Nationalparks muss gejagt werden, weil die Fläche dieser Gebiete für eine „Selbstregulierung“ zu klein sind. Das gilt sogar für den Yellow Stone Nationalpark in den USA. Im angeblich jagdfreien Kanton Genf wird die Jagd von hochbezahlten Jägern durchgeführt, die Privatjagd wurde abgeschafft. Anstatt Einnahmen durch die Jagd zu generieren, kostet diese Massnahme den Staat Millionen Franken pro Jahr. Eine verantwortungsvolle Wildbewirtschaftung beruht auf dem Prinzip „Regulation und Ernte“. Das Töten einzelner Tiere steht der Arterhaltung nicht entgegen.

Behauptung

Jagdgegner behaupten auf unseriösen Seiten, dass Jäger jährlich 300.000 Hauskatzen, 40.000 Hunde, 40 Menschen töten. Immer wieder werden Jäger als Mörder bezeichnet, die Haustiere abschießen. 

Tatsachen

Rechnen Sie doch einmal selbst – das wären jeden Tag über 820 Katzen, über 100 Hunde und alle 9 Tage ein Mensch und das bei nur rund 380.000 Jägern in Deutschland. Es gibt keine Statistik, die diese Zahlen hergibt. Nirgendwo ist eine seriöse Quelle zu finden, die die Zahlen belegen könnte. Könnten Sie sich den Aufschrei vorstellen, wenn das tatsächlich so geschehen würde? Kein vernünftiger Jäger schießt wahllos auf Hunde und Katzen! Die Jägerschaft distanziert sich von Jägern, die die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze zum Schutz des Wildes und über die Ausübung der Jagd missachten.

Behauptung

Es wird immer wieder behauptet, die Lust an der Jagd wäre in erster Linie die Lust am Morden. Auf Lebewesen zu schießen und Tiere zu töten, sei mit den Grundsätzen der Zivilisation unvereinbar.

Tatsachen

Jagd und Hege sichern in der Kulturlandschaft die Lebensgrundlage der frei lebenden Tierwelt und ermöglichen die nachhaltige Nutzung einer natürlichen Ressource. Sie sind daher auch künftig unverzichtbar. Die Jagdprüfung in Deutschland gehört weltweit zu den anspruchsvollsten und setzt eine hohe Bereitschaft voraus, sich bis in kleinste Details mit der Natur zu beschäftigen.
Wer nur „Lust am Morden hat“, ist garantiert nicht fähig und gewillt, einen Jagdschein zu erhalten. Juristisch gesehen ist Mord auch nur an Menschen möglich. Dem Gesetz nach geschieht ein Mord stets aus niedrigen Beweggründen. Hege und Pflege der Natur sind niemals ein niedriger Beweggrund – aber der Haupt-Beweggrund aller anständigen Jäger. Jagd ist mehr als töten. Freude am Jagen bedeutet nicht Freude am Töten. Das Erlegen eines Wildtieres ist nur ein kleiner Teil des Jagderlebnisses.

Behauptung

Gerne verkünden Jagdgegner, dass Jagen Tierquälerei sei. Jagd und Tierschutz stünden im Widerspruch und wären nicht miteinander vereinbar.

Tatsachen

Jagdausübung und Tierschutz sind keine Gegensätze. Die Ansprüche des Tierschutzes sind bereits in den allgemeinen Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit enthalten. Ihnen hat sich der Jäger verpflichtet. Bei der Jagd werden Tiere keine Medikamente verabreicht, sie bekommen kein Kraftfutter und werden auch nicht mit Tiertransporten in oft weit entfernte Schlachthöfe gefahren. Sie leben niemals in Gefangenschaft.

Behauptung

Behauptet wird von Jagdgegnern gerne, dass das heute bestehende Jagdgesetz im Jahr 1934 von den Nationalsozialisten, insbesondere Hermann Göring, geschaffen wurde.

Tatsachen

Tatsächlich wurde das Gesetz nämlich schon vor 1933 entwickelt, und zwar von dem Sozialdemokraten Otto Braun, der nach seiner Absetzung als preußischer Ministerpräsident unter dem Druck des Naziregimes aus Deutschland fliehen musste. Mit dieser nachweislich falschen Behauptung soll versucht werden, Jagd und Jäger in die braune Ecke zu stellen. Dabei hätten die Leute, die solches behaupten, allen Grund zur Selbstkritik, denn unser heutiges Naturschutzgesetz wurde tatsächlich von den Nationalsozialisten geschaffen.

Behauptung

Jäger interessieren sich nicht für die Hege, sondern nur für Beute.

Tatsachen

Jäger interessieren sich für alle Tierarten. Das beweisen sie schon dadurch, dass sie auf eigene Kosten Biotope anlegen, von denen auch Insekten, Bodenbrüter oder Amphibien und Reptilien profitieren. Ein weiterer großer Schwerpunkt ist die Wiedervernetzung von Lebensräumen. Genau deswegen sind die deutschen Jagdverbände als Naturschutzverbände anerkannt! Die jagdliche nachhaltige Nutzung schließt die Verantwortung für die gesamte frei lebende Tier- und Pflanzenwelt ein. Die Jagd mit ihrer Hegepflicht dient dem Biotop-Artenschutz insgesamt und ist damit angewandter Naturschutz.

Behauptung

Jäger füttern Wild nur, um mehr abschießen zu können. Durch die Jagd werden seltene Tierarten ausgerottet.

Tatsachen

Die Fütterung des Wildes ist nur in Zeiten, in denen natürliche Äsung nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, aus Tierschutzgründen notwendig und vorgeschrieben. Es gehört zu den Aufgaben des Jägers, in den Revieren für ein ausreichendes Nahrungsangebot zu sorgen. Deshalb ist Wildfütterung in Notzeiten gesetzliche Pflicht. Ausgeräumte Feldflure im Herbst und Winter bieten dem Wild keine Deckung und kaum Nahrung. Deshalb ist das Bereitstellen artgerechter Äsung notwendig. Die Jäger haben Interesse an einer langfristigen Nutzung des Wildes. Seit es moderne Jagdgesetze gibt, ist bei uns keine Tierart, die diesen Gesetzen unterliegt, ausgerottet worden. Dagegen wird die Liste der bedrohten, nicht jagbaren Tierarten immer länger. Seltene oder selten gewordene Tierarten werden nicht bejagt.

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