Tiere haben ihre Einstände abseits der Wege und ein Recht darauf, in Ruhe gelassen zu werden. Damit tun Sie den Tieren einen Gefallen.

Rehe legen ihre Kitze an verschiedenen Stellen ab - leicht kann ein stöbernder, freilaufender Hund darauf stossen und dann...?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners

Zeckengefahr

Süddeutschland und somit auch das Gebiet Stromberg-Heuchelberg gehören leider zum Hauptverbreitungsgebiet der Zecke.

 

 

»Spuren hinterlässt nur, wer eigene Wege geht!«

Das ist ein netter, schon fast philosophischer Spruch, der auf das Leben angewandt durchaus seine Berechtigung haben mag. Im Wald aber gilt folgende Gesetzeslage: Hunde dürfen ohne ausreichende Sicherungsmaßnahmen gegen Entkommen oder außerhalb der Einwirkung des Hundeführers nicht frei laufen. Ebenso gibt es für das Betreten von Feldern und Wiesen - und wir zitieren hier mal aus dem Gesetzestext – „kein Betretungsrecht zugunsten der Allgemeinheit“.

Aber lassen Sie uns realistisch sein: Kaum jemand hält sich dran, und wenn Hundebesitzer, Spaziergänger, Landwirte und Revierpächter zusammentreffen, dann liegt immer so ein gewisses Knistern in der Luft.

Wir möchten Ihnen deshalb folgenden Kompromiss anbieten:

Ihr Hund gehorcht, Sie lassen ihn nicht außerhalb der Wege durch den Wald stromern – und dann werden Sie mit uns keine Probleme bekommen. Im Gegenzug lesen Sie diese Seite und denken darüber nach. Wir sind sicher, dass Sie vieles von dem was wir hier schreiben, nachvollziehen können und logisch finden werden.

Wir möchten hier nicht oberlehrerhaft den Finger heben, aber es gibt Gründe, warum es für alle Seiten besser ist, auf den Wegen zu bleiben:

Der wichtigste Grund sind die Wildtiere.

Denn auch wenn man sie nicht ständig sieht, so sind sie doch überall: Rehe, Hasen, Fasane, Dachse, Füchse, Wildschweine, Muffel.

Diese Tiere haben ihre Einstände abseits der Wege und ein Recht darauf, in Ruhe gelassen zu werden. Damit tun Sie den Tieren einen Gefallen – und manchmal auch dem Bauern.

Aber es gibt auch ein paar gesundheitliche Aspekte, die Sie zumindest kennen sollten. Denn wir möchten auf gar keinen Fall schuld sein, wenn Sie ein paar Stunden nach dem Spazierengehen plötzlich so ein seltsames Jucken auf der Kopfhaut spüren... Keine Angst, es geht hier nicht um „große Gefahren“, sondern um kleine Parasiten - die allerdings großen Ärger machen können.

Dazu gehören in erster Linie die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners. Die Brennhaare der Raupe brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Die alten Larvenhäute bleiben nach der Häutung in den „Nestern“, deshalb ist die Konzentration an Brennhaaren oft sehr hoch. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, sind eine anhaltende Gefahrenquelle. Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs (Gräser, Büsche, Sträucher). Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die (fast unsichtbaren) Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest. Die Hautreaktionen halten (unbehandelt) oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.
Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Hier wären Kortisonsprays und Sprays mit Bronchien-erweiternden Mitteln erforderlich. Selten ist eine stationäre Behandlung mit Kortison- oder Euphyllininfusion notwendig.
Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen - einen solchen Fall mussten wir letztes Jahr nahe des Waldspielplatzes erleben.

Die Zecken (Ixodida) sind eine Ordnung der Milben (Acari), die der Überordnung Parasitiformes zugeordnet werden. Alle Arten sind blutsaugende Ektoparasiten an Wirbeltieren, darunter auch dem Menschen. Viele Zeckenarten sind bedeutende Krankheitsüberträger. Beim Saugvorgang gibt die Zecke Speichel in die Wunde ab. Der abgegebene Speichel kann Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthalten, durch die der Zeckenstich sein besonderes Risiko erhält. Selten, aber lebensgefährlich ist die Zeckenparalyse, bei der ein als Nervengift wirkender Stoff eine Hemmung der motorischen Nerven bewirken kann, die sich von der Einstichstelle her fortsetzt.

Unter den Zeckenarten gibt es prinzipiell zwei Strategien der Wirtsfindung:
Lauerer klettern auf eine Pflanze (z. B. einen Grashalm oder einen Busch) und halten sich mit den hinteren Beinen fest. Das vordere Beinpaar strecken sie in einer charakteristischen Pose weit nach außen vor, so dass sich eine T-Form ergibt. Sobald ein potenzieller Wirt sie berührt, halten sie sich an diesem fest. Zu den Lauerern gehört z. B. der Gemeine Holzbock. Jäger bewegen sich aktiv auf der Suche nach Wirtsorganismen vorwärts. Zur Wirtsfindung dienen ihnen verschiedene chemische Sinne. Die Braune Hundezecke ist ein Beispiel für einen Jäger.

Zecken übertragen häufig Krankheitserreger zwischen den Wirten, ohne jedoch selbst zu erkranken. Es handelt sich dabei um mehr Arten von Krankheitserregern als bei jeder anderen parasitischen Tiergruppe. Da regelmäßig auch Menschen durch Erkrankungen wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose oder Rickettsiosen betroffen sind, ist ein Zeckenstich eine Verletzung, mit der keineswegs leichtfertig umgegangen werden sollte.

Und schließlich noch ein besonders belastetes Thema: Auch, wenn Sie es noch nie gehört haben, aber: als Jäger sind wir gesetzlich zum Schutz des Wildes verpflichtet (§ 23 BJagdG). Was dieser „Jagdschutz“ genau ist, und wozu er uns verpflichtet, lesen Sie unter dem Punkt „Vorurteil Nr. 1: Jäger erschießen Hunde und Katze.“ und auf der Seite Naturschutz.

Außerdem - und das ist wichtig - gibt es ein paar bedenkenswerte Punkte, warum es auch für Ihren Hund besser und gesünder ist, auf den Wegen zu bleiben. Wo die Gefahr lauert, und warum auch Sie und Ihre ganze Familie davon betroffen sein können, lesen Sie unter "Irrtum Nr. 3: Im Wald kann meinem Hund doch gar nichts passieren!". Und gleich vorweg: Die Jäger sind es nicht, vor denen man sich hüten sollte...:)