Wildacker

Wildsauen sind besonders in der Aufzuchtzeit angriffslustig und wehrhaft.

Wildacker

Wildsauen sind imposante Erscheinungen, die sich mit ihrem Gewaff trefflich zur Wehr setzen können.

Jagdhunde, die zur Schwarzwildjagd eingesetzt werden, tragen wohlweislich solche Westen.

Notoperiert und geschockt.... ein aggressives Wildschwein hatte ihn im Wald gebissen, tiefe Fleischwunden an Pfoten und Bauch zugefügt.

Die Zecke beißt sich langsam mit dem Kopf in die Haut und kann dabei ernste Krankheiten übertragen.

Der Fuchsbandwurm kann sowohl Haustiere wie auch den Menschen befallen - man wird ihn nie weider los.

Räude

Ein Fuchs mit Räude. Die Krankheit verbreitet sich immer dann, wenn die Bestände zu hoch sind.

Die Räude befällt auch Haustiere und ist sogar auf den Menschen übertragbar.

Tollwut

Diese Schilder sind glücklicherweise fast überall Vergangenheit, dank der Impfung und Bejagung der Füchse.

 

Richtig ist, dass im Wald keine Räuber mehr leben,

sonst aber hat sich dort in den letzten paar hundert Jahren wenig verändert – und mitunter ist es einfach sicherer, auf den Wegen zu bleiben.

Schweine-Alarm!

Wir erzählen Ihnen hier wahrscheinlich nichts Neues, aber: Die auf dem oberen Foto so verträumt mit ihrem Nachwuchs im Wald herumstehenden Damen sind zwei Wildschwein-Bachen. Sie sehen sie normalerweise nicht, aber es gibt in diesem Revier eine ganze Menge Schweine. Wie viele genau, kann Ihnen niemand sagen, Sauen nämlich gelten als nicht zählbar.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach: Sie leben sehr versteckt, und haben ihre Einstände dort, wo der Wald so dicht ist, dass sich da kein Mensch freiwillig durchquetscht. Außerdem sind sie meist nur nachts unterwegs und meiden den Menschen wo immer sie können. Sie sehen verhältnismässig schlecht, können aber sehr gut hören und haben ein enormes Riechvermögen. Wir versprechen Ihnen, die wissen, dass Sie da sind, kaum dass Sie den Wald betreten haben, und verschwinden blitzschnell. Als Spaziergänger muss man sich daher keine Sorgen machen, von einem Wildschwein „auf die Hörner“ genommen zu werden.

Als frecher kleiner Hund ist das anders. Hunde stöbern lustig durchs Unterholz – und wenn sie Pech haben, sitzt in einem so wahnsinnig interessant riechenden Brombeer-Gebüsch ein Wildschwein. Nun wollen wir Ihnen hier keine Angst machen, in 95 Prozent der Fällen wird wahrscheinlich gar nichts passieren. Der kleine Hund schnuppert und knurrt, die Sau dreht sich um und verschwindet.
Vielleicht aber kennt das Schwein Hunde und weiss, dass man den kleinen Störenfried los wird, indem man ein paar Schritte auf ihn zuläuft und mal ein fieses Geräusch macht. Vielleicht ist ihr Hund aber kein „Feigling“, sondern so ein kleiner kecker Kerl, der keiner Rauferei aus dem Weg geht und immer mit „vorne dabei“ ist. Wenn das so ist, dann ist jetzt genau der richtige Moment, um in Panik zu geraten!

Wildschweine nämlich sind das letzte wirklich wehrhafte Wild in unseren Wäldern. Die bei der Wildschwein-Jagd oder bei der Nachsuche auf verletzte Schweine eingesetzten Hunde tragen Schutzwesten aus Kevlar-Gewebe – und glauben Sie uns, die Jäger wissen warum: Bachen beißen und schlagen, und die bis zu 200 Kilo schweren Keiler tragen am Kiefer rasiermesser-scharfe, mehrere Zentimeter lange Eckzähne, die so genannten „Waffen“, mit denen sie Hunden (und sollte es mal zu einem Zusammenstoss kommen, natürlich auch Menschen) schreckliche Verletzungen zufügen können.

Wer sich für Jagdgeschichte interessiert: 1881 wurde in Augsburg der Oberforstmeister Rudolf Frieß geboren. Er schrieb später das Buch „Hatz Watz!“, über Jahrzehnte ein Standardwerk über die Schwarzwild-Jagd (die Jagd auf Wildschweine). Einer seiner selbst verfassten, dort ebenfalls untergebrachten Verse (Förster hatten damals noch viel Zeit und Muße) endet mit den Zeilen:

»Drei Rüden brav, Watz mit sich nahm:
Wer Schweinshaupt will, gibt Rüden dran!«

Drei tote Hunde, um ein Schwein zu bekommen, puhhhh, das ist, freundlich ausgedrückt, eine ziemlich miese Quote! Daher: Bitte achten Sie auf ihren Hund. Wie gesagt, meist passiert gar nichts, aber man muss sein Glück ja auch nicht unbedingt herausfordern.

»Uppsss! Ich dachte, dagegen könnte man sich impfen!«


Die Auwald-Zecke

Auwald-Zecken gehören für Parasitologen nicht unbedingt zum ganz normalen Alltag, in den vergangenen 30 Jahren aber haben die ursprünglich aus Südeuropa stammenden Zecken sich auch in Deutschland immer weiter ausgebreitet. Sie lieben feuchte Gegenden und befallen Wildtiere. Problem: Die Zecken können „Babesiose“ übertragen. „Hunde-Malaria“ zerstört die roten Blutkörperchen, innerhalb von vier bis fünf Tagen sterben viele Hunde an Blutarmut, spätestens nach zehn Tagen versagen die Nieren. Die gute Nachricht: Nicht alle Zecken tragen den Virus in sich, aber auch hier gilt: Wer sich von Wildtieren fern hält, ist auf der sicheren Seite!

Die Aujeszky‘sche Krankheit
Die Aujeszky‘sche Krankheit ist zwar sehr selten, in letzter Zeit aber häufen sich Meldungen, dass Hunde daran gestorben sind, vor allem in Österreich. Die gute Nachricht lautet: Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Die schlechte: Hunde steben garantiert, es gibt nämlich weder eine Impfung, noch eine wirksame Behandlung. Der Erreger ist das „Suide Herpesvirus 1 (SHV-1), Hauptwirt sind Wildschweine. Der Verlauf ist dem der Tollwut sehr ähnlich, allerdings zeigt der kranke Hund keine Aggressionen und beisst auch nicht, weshalb die Krankheit auch „Pseudo-Wut“ genannt wird. Man schätzt, dass ungefähr jedes 10. Wildschwein den Virus in sich trägt. Hunde infizieren sich meist über die Maul- und Nasenschleimhäute. Deshalb: Lassen Sie ihren Hund nie an toten Wildschweinen schnuppern! Und sollten Sie Jäger sein: Verzichten Sie darauf, sich den Hund durch ein Stück Schweineleber oder -Herz "Genossen zu machen". Es gibt andere, weniger risikoreiche Formen der Belohnung und außerdem haben Hunde am Aufbrechplatz aus hygienischen Gründen sowieso nichts verloren!

Fuchsbandwurm
Der Fuchsbandwurm ist ein nur drei Millimeter langer und nicht mehr als ein Millimeter breiter Bandwurm. Er wird in der Regel vom Rotfuchs und Marderhund (Enok) übertragen, ist für Ihren Hund vollkommen ungefährlich, kann für Menschen aber tödlich sein, weil seine Larven sich in der Leber einnisten, sie oder die Nieren zerstören oder auch das Gehirn angreifen. Früher starben Menschen auf jeden Fall am Fuchsbandwurm, heute gibt es Medikamente, die jedoch ein Leben lang eingenommen werden müssen, weil man die Parasiten nie ganz wieder los wird.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie der Wurm in Ihren Körper gelangen kann und was Ihr Hund oder Ihre Katze damit zu tun haben könnten? Nun, das ist ganz einfach. Mäuse können ein Zwischenwirt sein. Das begeisterte Graben nach der Maus kann in dem Fall ein ungesundes Ende haben, zumindest wenn Sie ihren Hund nicht regelmässig entwurmen und er Ihnen auf dem Sofa zärtlich das Gesicht leckt.
Mehr Informationen finden Sie in dieser Broschüre.

Staupe
Staupe ist die gefährlichste und gefürchtetste Viruserkrankung von Hunden. Sie endet in den meisten Fällen tödlich. Deutsche Tierärzte kennen - den Impfungen sei Dank - Staupe heute eigentlich nur aus Lehrbüchern, allerdings haben Umfragen der Pharma-Industrie ergeben, dass die „Impf-Moral“ der meisten Hundebesitzer eher schlecht ist. Aber keine Angst, auf der Hundewiese bekommt Ihr Liebling keine Staupe, selbst wenn Sie den Impftermin verpasst haben. Um Staupe zu bekommen, muss er nämlich mit einem an Staupe erkrankten Tier in Kontakt kommen, und die Chance ist auf der Hundewiese nicht sehr groß.

Im Wald ist das anders: Bei Mardern, Füchsen, Waschbären und Marderhunden wird immer wieder Staupe festgestellt. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Hund trifft abseits des Weges auf einen toten Fuchs. Jede Wette, dass der erstmal ausgiebig beschnuppert wird.

Anfang 2014 traten mehrere Staupefällen bei Füchsen im Kreis Esslingen auf.

Räude (bei Menschen heisst sie "Krätze")
So, nun wird es besonders lecker: Räude - beim Menschen nennt man es „Krätze“ – ist weltweit vorkommende, eine hochgradig ansteckende Milbenerkrankung. die für Wildtiere immer tödlich endet. Sie wird durch sog. Krätzmilben verursacht. Die Milben bohren unter der Haut des erkrankten Säugers Gänge, legen dort Kot und Eier ab. Die Folge: Pusteln, Quaddeln, Furunkel und Kratzwunden. Es kommt zu einem schrecklichen Juckreiz, betroffene Tiere kratzen sich blutig, verlieren ihr Fell und verrecken ziemlich jämmerlich.

Krätze wird sehr häufig mit unhygienischen Verhältnissen in Verbindung gebracht, aber das ist falsch. Ähnlich wie bei Läusen reicht schon ein „Milbenträger“ um die Spinnentiere großflächig weiter zu geben (und da ist es dann egal, wie sauber es auch sein mag). Die gute Nachricht: Krätze tritt in unserer Gesellschaft nur noch selten auf.

Ganz anders im Wald: Hier nennt man die Krankheit zwar „Räude“, es handelt sich aber um die gleiche Milbe. In der Regel sind von der Räude Fuchs und Marderhund betroffen, aber auch Hunde und Menschen können sich hier anstecken. Wie? Nun, zum Beispiel, wenn Ihr Hund im Wald mit einem räudigen Fuchs (egal ob schon tot oder noch lebendig) in Berührung gekommen ist. Wie schon geschrieben: Mal kurz Schnuppern reicht. Und dann stehen Sie und Ihre ganze Familie täglich mehrfach mit einem speziellen Chemie-Shampoo unter der Dusche und auch der Tierarzt stellt Ihnen eine etwas höhere Rechnung aus.

Wie groß die „Räude-Gefahr“ hier im Wald ist, können wir Ihnen nicht sagen, nur: drei räudige Füchse haben wir im Winter 2013/2014 erlegt!

Tollwut
Hier können wir es kurz machen. Tollwut ist für Mensch und Hund in der Regel tödlich. Nach einer groß angelgten Impfaktion, bei der mit Impfstoff versehende Köder über Wäldern aus Flugzeugen herausgeworfen wurden, gilt Deutschland seit April 2008 nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) zwar als tollwutfrei, das heißt aber nur, dass in den vergangenen paar Jahren keine Fälle festgestellt wurden. Und dass keine Tollwut-Fälle bekannt sind, heißt nicht, dass es die Tollwut nicht gibt und sie nicht jederzeit wieder ausbrechen kann. Deutschland ist schließlich keine Insel, sondern grenzt auch an Länder, in denen Tollwut-Fälle gar nicht so selten sind.

Durch die verstärkte Einfuhr von Hunden aus der Tierrettung und Welpen aus Qualzuchten in osteuropäischen Ländern ist die Gefahr einer Tollwutansteckung wieder gestiegen. Auch andere Krankheiten, die bei uns durch einen umfassenden Impfschutz eigentlich keine Rolle mehr spielten, bedrohen jetzt wieder unser Nutz- und Haustierbestände.