Der Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis ist ein Parasit, der in erster Linie zwischen Füchsen und Nagetieren zirkuliert, in seltenen Fällen aber auch den Menschen befällt und eine so genannte alveoläre Echinokokkose verursacht.

Das Waschen möglicherweise kontaminierter Nahrungsmittel reduziert sich das Infektionsrisiko, beseitigt es aber nicht vollständig. Fuchsbandwurmeier sind sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Mit gängigen Desinfektionsmitteln können sie nicht abgetötet werden. Das trifft auch für Alkohol zu (erst recht in den niedrigen Konzentrationen, wie sie im Wein enthalten sind). Auch Kühlschrank- und Gefrierfachtemperaturen von +4°C bis -20°C tötet die infektiösen Eier nicht ab. Als wirksame Maßnahmen zu deren Abtötung haben sich folgende Vorgehensweisen erwiesen:

  • Gefriertruhe bei -80°C für wenige Tage
  • Erhitzen über 60°C für wenige Minuten
  • Erwärmen auf 45°C bei einer rel.
  • Luftfeuchtigkeit von 85% für ein paar Stunden
  • Trocknen bei 25°C bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 25% für wenige Tage.

 

Der Fuchsbandwurm - die unterschätzte Gefahr

Der Fuchsbandwurm ist ein nur drei Millimeter langer und nicht mehr als ein Millimeter breiter Bandwurm. Er wird in der Regel vom Rotfuchs und Marderhund (Enok) übertragen, ist für Ihren Hund vollkommen ungefährlich, kann für Menschen aber tödlich sein, weil seine Larven sich in der Leber einnisten, sie oder die Nieren zerstören oder auch das Gehirn angreifen. Früher starben Menschen auf jeden Fall am Fuchsbandwurm, heute gibt es Medikamente, die jedoch ein Leben lang eingenommen werden müssen, weil man die Parasiten nie ganz wieder los wird.

Risikofaktoren und Ansteckung

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie der Wurm in Ihren Körper gelangen kann und was Ihr Hund oder Ihre Katze damit zu tun haben könnten? Nun, das ist ganz einfach. Mäuse können ein Zwischenwirt sein. Das begeisterte Graben nach der Maus kann in dem Fall ein ungesundes Ende haben, zumindest wenn Sie ihren Hund nicht regelmässig entwurmen und er Ihnen auf dem Sofa zärtlich das Gesicht leckt.

Er wird ausschließlich durch direkten Kontakt mit ausgeschiedenen Wurmeiern übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist dagegen nicht möglich. Ein Mensch mit einer Fuchsbandwurm-Infektion stellt also keine Gefahr für seine Mitmenschen dar. Auch Hundehalter sind stärker gefährdet. Bislang gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr erhöht. Die genauen Übertragungswege von Fuchsbandwurmeiern auf den Menschen sind noch nicht im Detail bekannt. Eine Möglichkeit ist Kontakt mit dem Fell von Füchsen, Hunden oder Katzen, in dem die Eier des Fuchsbandwurmes haften. Ein weiterer Übertragungsweg könnten Erde oder Pflanzen sein, die mit dem Kot infizierter Füchse verunreinigt sind. Über Hände und andere Hautstellen könnten die Eier dann in den Mund und den Darm gelangen. Auch auf Früchten wie bodennahen Wildbeeren, Gemüse oder Fallobst, die mit dem Kot der Tiere in Berührung gekommen sind, oder in kontaminiertem Wasser könnten Fuchsbandwurm-Eier vorkommen. Allerdings ist bislang nicht eindeutig belegt, dass sich Menschen wirklich durch Nahrungsmittel oder Wasser infizieren können.

Erkrankung und Symtome

Pro Jahr werden dem Robert Koch-Institut in Berlin und dem Europäischen Echinokokkose-Register in Ulm circa 40 Erkrankungsfälle gemeldet. Einer neuen Studie zufolge schätzen Experten jedoch, dass tatsächlich mindestens 3-mal so viele Menschen erkranken. Nichtsdestotrotz ist die Krankheit relativ selten und das Infektionsrisiko gering. Die Ansteckungsgefahr ist aber regional unterschiedlich: Über 60% der Menschen, die sich in den letzten Jahren in Deutschland mit dem Fuchsbandwurm infizierten, stammen von der schwäbischen Alb, der Alb-Donau-Region, Oberschwaben und dem Allgäu. In anderen Regionen von Baden-Württemberg und Bayern sowie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Berlin tritt die Krankheit nur sporadisch auf.

Die Zeit von der Infektion bis zu den ersten Beschwerden, ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass es zwischen 10 und 15 Jahre dauert, bis der Infizierte etwas von seiner Krankheit merkt. Als erste Beschwerden treten häufig Schmerzen im Oberbauch auf. Dann fühlen sich die Patienten zunehmend abgeschlagen und müde, haben Schmerzen im Oberbauch und verlieren Gewicht. Außerdem ist ihre Leber deutlich vergrößert und es kann eine Gelbsucht (Ikterus) auftreten. Andere Organe wie Lunge, Bauch- und Brustfell oder Gehirn können ebenfalls befallen sein und entsprechende Beschwerden verursachen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, endet sie meist tödlich. Wird eine Fuchsbandwurm-Infektion rechtzeitig erkannt, kann der Chirurg das Finnengewebe operativ entfernen. Dies ist aber nur bei etwa 20 bis 30% der Patienten möglich. Nach der Operation sollte der Patient 2 Jahre lang die Chemotherapeutika Albendazol oder Mebendazol einnehmen um zu verhindern dass eventuell verbliebene Reste des Finnengewebes weiterwachsen. Meist wird eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm allerdings erst dann erkannt, wenn das Finnengewebe schon so groß ist, dass der Chirurg es nicht mehr entfernen kann. Der Patient wird dann über einen längeren Zeitraum mit Albendazol oder Mebendazol behandelt. Diese Medikamente können das Wachstum des Finnengewebes hemmen, dieses jedoch meist nicht abtöten. Daher ist eine Dauerbehandlung über viele Jahre oder gar lebenslang notwendig. Die Patienten werden daher regelmäßig, das heißt mindestens einmal im Jahr untersucht, ob die Erkrankung weiter fortschreitet.

Vorsorge

Alle Nahrungsmittel, auf denen sich Kot von infizierten Tieren befinden könnte, z.B. Beeren, Pilze, Gemüse, Salat oder Fallobst, sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Noch sicherer ist es - gerade in Gebieten mit hohem Infektionsrisiko, bodennahe Wald- oder Gartenfrüchte und Kräuter vor dem Essen zu kochen. Nach Erd- und Gartenarbeit empfiehlt es sich in gefährdeten Regionen, die Hände sorgfältig zu waschen. Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere regelmäßig entwurmen lassen, da Fuchsbandwurmeier in seltenen Fällen auch auf diesem Wege verbreitet werden können.

Jäger sollten erlegte oder tot aufgefundene Füchse nur mit Handschuhen anfassen und beim Streifen der Bälge einen Mundschutz tragen. Ein vorheriges Wässern der Bälge ist empfehnenswert.

Mehr Informationen finden Sie in dieser Broschüre.