„Drastische Mittel“ und „Seuchenbekämpfung“ haben nichts mit Jagd zu tun.

Wir sind nicht die Erfüllungsgehilfen um „Probleme“ und „Bedrohungen“ mit ethisch fragwürdigen Mitteln zu lösen, die von einer verfehlten Landwirtschaft und einer korrupten, maßlosen Fleischindustrie zu verantworten sind und schliesslich diese nun auch existenziell gefährden.

Lebendfallen, Schrotschüsse auf Schwarzwild und gnadenlose Liquidierungen ohne Rücksicht auf Muttertiere… Warum nicht auch noch Gift? Soll sich dazu hergeben wer mag und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann – ein richtiger Jäger wird dazu bestimmt nicht bereit sein.

Natürlich muss sichtbar krankes, leidendes Wild erlöst werden. Aber darum geht es in diesen Konzepten nicht. Hier geht es mehr um Krieg gegen das Schwarzwild. Genau das gilt es, in der Öffentlichkeit sachlich und kompetent zu vertreten. Wir sind Jäger, gut ausgebildet und streng geprüft (und behördlich überreguliert und gegängelt statt konstruktiv unterstützt, wo immer es geht), wir bezahlen viel Geld und investieren viel Zeit, um unsere Passion zu leben. Wir sind keine Schiesser und auch keine Schlächter! Wild ist kein Ungeziefer, dass um jeden Preis und mit allen Mitteln beseitigt werden muss.

Landwirtschaftliche extensive Produktion (Schweinemastbetriebe, Maisanbau für Biogasanlagen usw.) schafft und befördert aktuell gesamtgesellschaftliche Probleme, für die weder das Schwarzwild noch der Jäger verantwortlich ist. Es gab für die Politik genug Zeit bezüglich der ASP zu handeln!

  • Bis heute ist nicht einheitlich in Deutschland geklärt, in welchem Umfang und auch auf welche Weise Nachtsichttechnik und künstliche Lichtquellen auf der Jagd genutzt werden dürfen. Es gibt hierzu keine Rechtssicherheit.
  • Bis heute gibt es keine einheitliche staatliche Unterstützung bei der Verwertung des erlegten Schwarzwildes.
  • Es gibt keine staatlichen, finanziellen Unterstützungsmodelle. Ganze Drückjagdstrecken werden zu Ramschpreisen oder überhaupt nicht mehr verwertet!
  • Bis heute gelingt es nicht, zu regeln, dass die Landwirtschaft die Jägerschaft in der Feldjagd durch Schussschneisen o.ä. unterstützen muss. In den staatlichen Forstrevieren wird teilweise bis heute die Schwarzwildjagd durch hohe Abschussgebühren und durch Kirr- und Nachtjagdverbote zusätzlich erschwert. Ganz zu schweigen von revierübergreifenden Drückjagden, an denen sich die Staatsreviere häufig auch nicht beteiligen.

Wer den Jäger und die Jagd auf das bloße Totschiessen reduziert und zum „Vernichtungsinstrument“ degradiert, hat den tieferen Sinn von dem, was uns antreibt und was wir fühlen nicht verstanden. Ich glaube, wenn wir uns auf dieses Seuchenbekämpfungs-Niveau herablassen und mitmachen, auf der Jagd Schädlingsbekämpfung zu betreiben, ist dies der Anfang vom Ende der Jagd. Dann haben wir das vergessen, was uns unsere Vorväter überantwortet haben und was wir bewahren sollten und was uns als Jäger stolz gemacht hat: jagdlicher Anstand und ein grünes Herz am rechten Fleck.

Ich jedenfalls lasse mich von niemanden zu etwas zwingen, was meinem jagdlichen Gewissen und dem was ich zu respektieren versuche, widerspricht. Waidgerechtigkeit scheint nicht mehr modern zu sein. Ich finde es außerdem empörend, dass unsere Verbände und Interessenvertreter sich dazu nicht längst klar und deutlich positioniert haben! Wie gesagt, das Thema ASP hat sich lange angekündigt und es wäre die Pflicht der Jägerschaft gewesen ganz klar auszusprechen, was mit ihr geht und was definitiv nicht! Seuchenbekämpfung, im Sinne vom Erlösen kranken Wildes und vom vorbeugenden Schützen gesunder Bestände ja, aber nicht mit solchen fragwürdigen, undifferenzierten und halbgaren Mitteln und Konzepten! Am deutlichsten entlarvt sich dieser Quatsch am Beispiel bleifrei und nicht bleifrei. Erst wurde bleifreie Munition unter fadenscheinigen Argumenten in Nordrhein-Westfalen verpflichtend eingeführt und jetzt soll sich die ASP besser und effektiver bekämpfen lassen, wenn alle wieder Bleimunition einsetzen? Welche Politik denkt sich solch widersprüchlichen Unsinn aus?

Vulpes im Wild-und-Hund-Forum
am 6. Januar 2020

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