Eine Rundfahrt durch die Felder zeigte, dass sich die Sauen bereits am Mais vergriffen – folglich verbrachte ich nun etliche Nächte auf der Pirsch. Bei einer meiner Runde hatte ich gleich zweimal Schwein. Erst gelang mir die Erlegung einer Wildsau, und anschliessend… aber der Reihe nach:

Im Schleichgang und ohne Licht fuhr ich die Graswege zwischen den Feldern ab. Spannend war besonders der Moment, wenn ich ans Ende eines Maisfeldes kam und der Blick durch die Wärmebildkamera helle Flecken auf den Stoppelfelder zeigten. Am letzten Feld vor der Strasse hatte ich dann Glück – dieses Mal waren es keine Hasen, sondern tatsächlich Sauen. Den Rückwärtsgang eingelegt, 50 m zurück hinters Maisfeld gefahren, Waffe und Pirschstock gepackt und dann vorsichtig angepirscht. Immer wieder zeigten sich einzelne Stücke im Stoppelfeld. Unstet, immer wieder sichernd, nie in guter Position für einen Schuss. Meine Geduld wurde doch ziemlich strapaziert, denn minutenlang war die Bühne leer. Endlich – ein einzelnes Stück zog schulbuchmässig aus dem Mais in meine Schusslinie und stellte sich breit. Im Schuss brach sie zusammen und verendete. Nach ein paar Minuten ging ich dann zurück zum Auto, verstaute meine Waffe und fuhr zur Bergung auf den Acker. Dank Rampe und Winde hatte ich die Sau schnell auf der Ladefläche meines Pickups gehievt. Ein Blick auf die Uhr – zwischen Erlegung und Bergung waren keine 15 Minuten vergangen, der Zeiger stand 0.45 Uhr. Prima, dann würde ich um 1.30 Uhr in den Federn liegen. Das metallische Klicken anstelle des erwarteten Motorgeräuschen riss mich aus allen Träumen –  die Karre sprang nicht an. Ein zweiter und ein dritter Versuch brachte nicht einmal mehr ein Klicken zustande, es rührte sich nichts. Mein erster Gedanke: Prima, kann ich wieder meinen Reviernachbarn aus dem Bett klingeln oder vom Ansitz holen. Mein zweiter Gedanke – ich hatte doch auf Empfehlung eines Jagdfreundes schon vor längerer Zeit eine Powerbank mit Starthjlfekabel gekauft. „Damit kannste alles laden, Handy, Kamera, und auch noch das Auto starten.“ Ich war zugegebenermassen skeptisch, hatte ich das Ding doch noch nie ausprobiert und es lag nun schon mehr als ein Jahr unter dem Vordersitz. Ein Druck auf den Einschaltknopf zeigte, dass es erstaunlicher Weise noch zur Hälfte geladen war. Langer Rede, kurzer Sinn: Schon beim ersten Drehen des Zündschlüssels sprang der Nissan an. Schwein gehabt…

 

NOTSTARTHILFE

Ergänzung vom 28.11.2019: 
Ich habe das Gerät mehrfach erfolgreich einsetzen müssen. Beim letzten Startversuch heute morgen musste ich 4 mal starten, bevor der Wagen ansprang. Akku war daraufhin natürlich leer, aber schlimmer: Er war kochend heiss und aufgewölbt, somit unbrauchbar geworden.
Ich habe daraufhin einen anderen (Dino KRAFTPAKET 12V-600A Starthilfegerät 66.6Wh 18000mAh), der in vielen Testberichten hervorragend abgeschnitten hat, bestellt. Ich werde berichten.

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